Nero’s und Murphy’s Geschichte

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An einem Sommertag im letzten Jahr machten wir einen Ausflug ins Moor. Es war heiß und still dort, kein Mensch war zu sehen außer unseren beiden. Rechts und links blühten Heidebüsche, Insekten schwebten unbekümmert von Blüte zu Blüte und ab und zu ließ sich sogar eine Libelle blicken. Natürlich, wie konnte es auch anders sein, sprang Murphy auf der Jagd nach einer großen grünen Libelle vom sicheren Holzweg hinunter und vorbei war es mit der beschaulichen Wanderung. „Ich kann hier laufen, guck mal!“ rief er mir noch zu und verschwand im Gebüsch. Unsere Menschen riefen entsetzt, er solle zurückkommen, aber natürlich tat er nichts dergleichen. Schwer wie sie sind, konnten unsere Menschen ihm nicht folgen und baten deswegen mich, den kleinen Lümmel zurückzuholen. Ich folgte also seiner Spur ins Gebüsch und ließ unsere Menschen das erste Mal in meinem Leben mit ihrer Erlaubnis auf einer Wanderung allein. Von weitem hörte ich den Kleinen fröhlich der Libelle hinterherrufen „Ich krieg‘ Dich! Ich krieg’ Dich!“. Verflixt! Weiß der denn nicht, wie gefährlich das Moor sein kann?? Ich rannte also los, blieb dem Kleinen auf den Fersen, hetzte durch Büsche, sprang über halbvermoderte Bäume und schwamm durch kleinere Moorteiche. Immer näher kam ich ihm und freute mich schon drauf, ihm für’s Weglaufen eine Tracht Prügel zu verpassen, als ich ihn entsetzt schreien hörte. Ich schwöre euch, so schnell bin ich noch nie gerannt!

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Als meine Pfoten plötzlich auf Beton landeten, konnte ich kaum schnell genug bremsen, um den Kleinen nicht über den Haufen zu rennen… Er saß da kleinlaut und zitternd auf seinem Hintern und starrte ein riesengroßes graues Ungetüm an, dass da vor uns aus dem Boden ragte. Ich war verwirrt – was machte denn ein betonierter Bootsanleger und solches Gerät mitten im Moor? Und wo waren die ganzen Menschen, die normalerweise immer gleich „Pfui“ rufen, wenn unsereiner an einen Poller pinkeln will? Ich rief einige Male laut und plötzlich glaubte ich, ich guck nicht richtig: Kommt uns doch meine liebe Freundin ISI schnurstracks vom U-Boot her entgegengesaust!

Nach der fröhlichen Begrüßung holten uns dann aber die Tatsachen wieder ein und wir wunderten uns, was Isi denn mitten in der Botanik ausgerechnet auf einem U-Boot zu suchen hatte…

„Ich bin als blinder Passagier auf dem U-Boot mitgefahren und in meinem Versteck eingeschlafen. Tja, und als ich wach wurde, waren wir hier und alle Menschen fort“ erklärte sie uns. „Wir bringen Dich nach Hause“ versprach Murphy ihr – „ich weiß nur nicht, wie“ musste er dann aber kleinlaut zugeben. „Lass‘ uns erst mal reingehen, es sind noch ein paar Würstchen da“ meinte Isi – was wir dann auch taten, denn auch wenn uns das U-Boot ziemlich unheimlich war, Hunger hatten wir doch.

Als wir genug gefressen und das U-Boot bis in den letzten Winkel untersucht hatten, war uns dreien klar, dass wir damit nicht wegkommen würden. Keiner von uns hatte eine Ahnung, wie er dieses Ding steuern sollte. Bedauernd ließen wir also die weichen Decken und die restlichen Vorräte zurück und machten uns auf den Weg. Bei der wilden Jagd hinter dem Kleinen her hatte ich leider vergessen, mir zu merken, wo genau unsere Menschen auf uns warten. Dass ER sowieso nicht darauf geachtet hatte, ist ja wohl klar. Isi schlug vor, uns an den Betonweg zu halten, der müsste ja irgendwo hin führen.

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Wir wanderten eine ziemliche Weile diesen Betonweg entlang. Plötzlich rief der Kleine ganz aufgeregt „Ich rieche Menschen… und Butterbrote!!“. Sprach’s und rannte schon wieder los, dieser Lümmel! Isi und ich hetzten ihm also hinterher – wer weiß, was dem Kleinen sonst zustoßen könnte. Als wir um eine Wegbiegung geflitzt kamen, staunten wir nicht schlecht: Da lag der Kleine in aller Seelenruhe am Rand eines Teiches, zwischen seinen Pfoten einen prall gefüllten Picknickkorb, unter dem frechen Hintern eine flauschige Decke! „Ich habe uns mal eine Decke und etwas zu futtern besorgt“ grinste er ganz selbstzufrieden. Bevor ich nur Luft holen konnte, hatte Isi im schon eine runtergehauen und schimpfte „Das hast Du geklaut! Das darfst Du nicht!“. „Ich habe die Zweibeiner nur angegrinst – dann sind die weggelaufen und haben mir Decke und Korb geschenkt“ verteidigte sich der Kleine. Und in der Tat, am anderen Ende des Teiches standen die enteigneten Zweibeiner und guckten bedröppelt aus der Wäsche. „Jetzt sei mal nicht so und lass‘ uns schauen, was es Leckeres gibt. Oder hast DU etwa keinen Hunger?“ fragte ich Isi. Da sie genauso lange gelaufen war wie wir, hatte sie natürlich Hunger – und als der Kleine ihr dann noch die Decke abtrat, war sie wieder besänftigt.

So ruhten wir uns erst mal aus und bewunderten den Teich mit seiner Skulptur in der Mitte und den halb verfallenen Gebäuden rundrum. Sicher wohnte hier schon lange niemand mehr, aber wenn Menschen hier Picknickpausen machten, sollte die Zivilisation ja nicht allzu weit entfernt sein.

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Während wir uns ausruhten, waren alle Menschen still und leise geflüchtet – so ein Mist, nun konnten wir keinen mehr fragen!. Also machten wir uns wieder auf die Pfoten. Wir liefen also einen breiten Pfad durch einen herrlich schattigen Wald und kamen nach einiger Zeit aus dem Wald heraus zu einer großen Fläche mit feinem Sand. Die Sandfläche war nix anderes als ein Strand eines riesigen Sees, wie wir entdeckten. Wir erspähten einen großen Hügel und wir beschlossen, dort hinaufzulaufen, um Ausschau zu halten. So einfach war das gar nicht, wir mussten ganz schön kämpfen, weil wir immer wieder wegrutschten. Ich war langsam sehr müde und dann sah ich vor mir auf einmal einen Menschenfuß im Sand! Mannomann, ich habe mich ganz schön erschrocken und bin so zusammengezuckt, dass ich die ganze Strecke wieder runtergepurzelt bin. Natürlich haben Isi und der Kleine angefangen zu lachen, aber die Rache folgte sofort und sie sind auch wieder vom Sandhaufen runtergerollt. Aber was macht ein einzelner Menschenfuß da im Sand? Da gehört doch immer ein Mensch dran an so einen Fuß!

Während wir noch grübelten, was das zu bedeuten hat, hörten wir aus dem Gebüsch am Waldrand ein leises, aber hemmungsloses Kichern. Und gleich danach ein genauso hemmungsloses, wenn auch etwas lauteres Kichern von schräg hinter dem Sandhügel! Mir sträubte sich das Nackenfell, wollte uns da etwa einer an den Pelz?? „Ach Quatsch!“ widersprach mir Isi, „wer so kichert, der ist mit Sicherheit nicht böse!“. Und schon lief sie los Richtung Sandhügel. Natürlich wollte ich nicht als Feigling dastehen und tappste vorsichtig wieder zurück zum Waldrand.

Was für eine Überraschung! Hinter einem Busch fand ich Smilla, die vor lauter Kichern schon ganz außer Puste war. „Ich bin Euch seit dem Teich gefolgt – ich war neugierig, was ihr hier treibt. Aber so ganz rausgetraut habe ich mich nicht, weil ihr beide so riesengroß seid“ gab sie zu. „Ey Smillchen, das sind doch bloß wir, wir machen Dir doch nix!“ protestierte ich. „Jaahaa, JETZT weiß ich das auch, aber weißt DU, wieviele schwarze Hunde das gibt?! Woher soll ICH denn wissen, dass ausgerechnet ihr hier rumstreunt?“. Während unseres Gespräches waren wir zu Murphy zurückgelaufen, der sich natürlich pottfaul einfach hingelegt und abgewartet hatte. Plötzlich hörten wir hinter dem Sandhügel ein Freudengeheul und Isi schrie: „Hey Jungs, hier ist INDI !“ Und dann kam sie auch schon mit ihm um die Ecke des Hügels marschiert. „Whow, Indi, was machst DU denn hier? Ist Bloggertreffen und wir wussten nix davon?“ wollten wir wissen. „Nee, ich … hab mich verschwommen, ehrlich gesagt“. „Ähhh… ok… – also, wenn DU jetzt aufhörst uns wegen dem Fuß aufzuziehen, lästern wir auch nicht, dass Du nicht weißt, wo Du hinschwimmst“ zeigte Murphy mal eine diplomatische Ader.

„Übrigens – der Fuß, das ist eine Attrappe“ klärte Indi uns noch rasch auf, bevor wir weiterliefen. „Den hat irgendso ein Menschenkind da hingestellt, um Leute zu erschrecken“.

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Wir liefen eine ganze lange Weile an dem See entlang –breiter Sandstrand und in einiger Entfernung der Wald, sonst war nix zu sehen. Zwischendurch gingen wir alle ein wenig schwimmen, wenn uns zu warm wurde, bis… naja… bis Murphy auf einmal im Wasser stand und verlegen grinste… „Na, ich… ich… und es gibt hier doch grad keinen Baum… oder Busch… und…“ druckste er rum. „Oh, halt die Klappe, Kleiner! ICH geh nicht mehr in das Wasser, iiiihhh neeee, Du Pottsau!“ kam es von allen Seiten.

Wie ein Echo auf unser „Neee“ klang auf einmal ein leises „Määäh“ herüber. Määh? Wer ruft hier „Määh“? Wunderten wir uns. Das Geräusch kam vom Waldrand… hhhmmm… Neugierig kehrten wir dem See die Kehrseite zu und wanderten in Richtung des Määäh. Je dichter wir kamen, umso mehr wurde ein „Määäckmäckmäck“ daraus und prompt entdeckten wir auf einer am Waldrand gelegenen winzigen Wiese einen Anhänger mit Heu und mitten in dem Heu eine ZIEGE! Während wir Erwachsenen noch staunten, war Murphy schon mit einem Satz auf dem Hänger bei der Ziege. Und genauso schnell wieder unten, allerdings unfreiwillig, denn die Ziege hatte ihn geboxt. „Haut bloß ab hier, ihr Streuner! Das ist alles meins, meins, meins!!“ motzte die Ziege uns von oben herab an. „Wenn ihr nicht sofort verschwindet, dann mach‘ ich euch alle platt!“ „Vergiss nicht, dass wir Fleischfresser sind – alle fünf!“ drohte Murphy ihr. „Kommt doch, wenn ihr Euch traut“ – an mangelndem Selbstbewusstsein litt diese Ziege jedenfalls nicht…

Wir hatten schnell keine Lust mehr, uns mit der schlechtgelaunten Ziege zu streiten und nach einem aufmüpfigen „Du hast Glück, dass wir satt sind!“ von meinem Zwerg liefen wir weiter. Smilla hatte nämlich einen Weg durch den Wald entdeckt, den wohl der Bauer immer nahm, wenn er seine Wiese aufsuchte. „Wenn der Bauer schlau ist, lässt er die blöde Ziege da verschimmeln“ grummelte Murphy und war gar nicht begeistert, dass wir nicht doch noch eine kleine Klopperei mit der Ziege veranstalten wollten.

„Boah, ich glaub das nicht, St. Murphy!!“ brüllte es da auf einmal aus einem Heuhaufen am Rand der Wiese. „Häh?? Was… wer…“ war Murphy ratlos. „Ey, hast Du jetzt alle mit reingerissen in Deine Abenteuer?“ tönte es wieder. „Komm raus und zeig Dich!“ forderte ich kurzerhand „wir reden nicht mit Leuten, die sich im Heu verstecken“. „Huuuh…, mal nicht so grantig, Alter!“ und grinsend kam…. ob ihr’s glaubt oder nicht, DJ aus dem Heu zum Vorschein! Wir waren alle kurz sprachlos, dann plapperten alle durcheinander, bis die Ziege schrie „Manno, jetzt verpisst Euch endlich und nehmt den Scherzkeks da gleich mit!!“.

DJ erklärte uns, er habe eigentlich zum großen Wasser wollen, um zu Sally zu schwimmen – dann aber viel zu viel Spaß daran gefunden, die Ziege zu ärgern. Tja, und dann seien wir gekommen. Wo es nach Hause ging, wusste er aber leider auch nicht mehr so ganz genau. Nach kurzem Beratschlagen wanderten wir also zu sechst auf dem Waldweg weiter.

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Wir liefen wieder gefühlte Ewigkeiten, langsam bekamen wir Hunger, aber zumindest hatte Murphy nun genug Bäume, um uns zu zeigen, wie erwachsen er schon ist…

Plötzlich hörten wir aus der Ferne Glockengeläut! „Hey, hurra, wo Glocken, da Menschen, da Futter“ freuten wir uns und legten gleich allesamt einen Zahn zu. Schließlich mündete der Waldweg auf eine riesengroße Lichtung und da sahen wir ein Dorf. „Nix wie hin da, wer zuerst kommt, frisst zuerst“ schrie Murphy und sauste los. Wir Erwachsenen trabten in gemäßigtem Tempo hinterher, als er uns schon wieder entgegengerast kam. „Furien! Furien!“ jaulte er und versteckte sich hinter uns Großen. „Sag mal, nimmst Du Drogen, Kleiner?“ wollte Indi erst mal wissen. „Hast Du Wahnvorstellungen?“ fragte ihn Isi. „Hat Dir einer was getan??“ wollte ich wissen. „Da lag so ein leckerer Apfel, ein Riesending! Und als ich den nehmen wollte… da hat mich so eine braun-weiße Furie in den Hintern gezwickt!“ jammerte er. „Man frisst keine Obst!“ „Ich seh nix“ „Da ist keiner“, … wieder redeten wir alle durcheinander. „Ruhe!!“ brüllte Isi – und es half, alle waren wir mucksmäuschenstill. Da konnten wir es auch hören: „Wage es ja nicht noch einmal! Komm bloß nicht wieder, du DIEB“ brüllte uns eine Stimme entgegen. „Pffft… wir sind zu sechst“ brummelte Indi vor sich hin und machte sich wieder auf den Weg Richtung Dorf. Dort angekommen (die Glocke hatte inzwischen endlich aufgehört zu bimmeln) wurden wir von zwei aufgebrachten Beagle-Damen erwartet. „Wagt es nicht, DEN mit herzubringen!“ riefen sie zornig. „Der KLAUT“. „Ja, das wissen wir…“ grinste DJ. „Aber… ihr seid doch… Carry? Lissa?“ „Stimmt!“ fiel es nun auch uns anderen auf – „wir kennen uns doch!“ Schon wieder plapperten wir alle durcheinander, weil natürlich jeder sofort alles wissen wollte. Nach ausgiebiger Begrüßung wurde dann auch Murphy verziehen und wir machten uns auf die Suche nach Futter. „Menschen sind keine da – alle Häuser sind alt, kaputt und leer. Aber da hinten ist noch ein kleiner Obstgarten“ klärten uns Carry und Lissa auf. „Manno, kein Fleisch?“ muffelte Indi. Auch ich hatte eigentlich keinen Bock auf ein vegetarisches Dinner, aber … hungrig waren wir ja alle.

„Wie seid ihr denn hierher gelangt“ wollte ich dann schließlich doch von Carry und Lissa wissen. „Najaa… da war eine Fährte… und Klarissa hat nicht aufgepasst…“ erklärte Carry. „Und wir sind gelaufen, gelaufen, gelaufen – das Wild haben wir nicht mehr gefunden, aber als wir hier waren, konnten wir auch den Rückweg nicht mehr finden“ seufzte Lissa.

Wir suchten uns eine Scheune aus, um dort die Nacht zu verbringen, denn es wurde langsam dunkel und wir wussten ja sowieso nicht, wohin wir uns wenden sollten. Aneinandergekuschelt schliefen wir acht und in der Nacht geschah nichts, was unseren Schlaf gestört hätte (abgesehen vom Magenknurren hier und dort).

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Am nächsten Morgen brachen wir nach einem spärlichen Apfel-Frühstück wieder auf. „Nieee mehr esse ich Äpfel“ maulte Indi. „Ich kann die Dinger auch nicht mehr sehen“ seufzte Smilla. „Ich bin doch kein Meerschweinchen“ klagte Isi „oder Karnickel“ ergänzte DJ. „Karnickel?? Wo?!“ wurde Murphy gleich hellhörig. Er kassierte einen Knuff und los ging’s, weg aus dem Dorf immer weiter dem alten Weg nach.

Lustlos wanderten wir an einem Schilfdickicht entlang, als es darin auf einmal jaulte, raschelte und ein Lärm immer dichter kam, der sich anhörte als würde eine ganze Horde durch das Schilf rasen. „Oooh, Du Biest! Ich krieg dich, na warte!!“ brüllte eine Stimme. „Und wenn ich dich habe, dann kannst Du Dein letztes Gebet sprechen, ich schwör’s Dir!“

Wir schauten uns verdutzt an – was mochte da jetzt auf uns zukommen? Nur Sekunden später raste zuerst ein kleiner Schatten aus dem Schilf, zwischen uns hindurch und war blitzschnell im hohen Gras auf der anderen Wegseite verschwunden. Gleich hinterher kam eine mittelbraune Kollegin in rasendem Tempo ebenfalls aus dem Schilf gerast – Rrrrrummms!! Wild verknäuelt lagen wir da, sie hatte uns einfach über den Haufen gerannt. Laut fluchend sortierten wir unsere Gliedmaßen, standen auf und sahen – SALLY!! „Wo ist das Aas? Rückt sie raus, ich weiß, dass sie gerade noch hier war!“ schimpfte sie. „Ey, Sally-Maus, die iss wech, komm runter, beruhig dich“ versuchte DJ die aufgebrachte Sally zu besänftigen. „Nenn mich noch mal Maus und ich hau Dir… Ups?? DJ??“ staunte Sally. „Was, wie, woher… muss ich das jetzt verstehen? Träum ich? Geben die mir komische Drogen?“. „Alles gut, alles okay, wir sind’s wirklich“ versicherte DJ ihr und wir anderen nickten fröhlich, um ihr zu zeigen, dass er nicht log und wir keine Traumgestalten waren.

Langsam fing Sally an zu grinsen. „Coooool! Da können wir jetzt ja eine wilde Strandparty machen, das ist ja prima!“ freute sie sich. „Aber… verdammt… wo zum Teufel sind wir? Dieses Katzenaas hat mich total in die Irre gelockt!“ Nach und nach erfuhren wir, dass die Katze Sally so gereizt hatte, dass sie das Vieh tagelang verfolgt hatte – und nun selbst nicht mehr sicher wusste, wo sie war.

„Oh weia, nun sind wir hier schon neun Bloggerkumpel und keiner von uns weiß, wo es nach Hause geht“ meine Carry missmutig. „Ich hab Hunger“ maulte Murphy. „Ich will auf mein Sofa“ dachte ich. „Ich will nicht mehr laufen“ muffelte Isi. „Und ich habe Durst“ reklamierte Indi. Jeder von uns hatte irgendwas, was ihn plagte – aber alle waren wir uns einig, dass unsere Leinenhalter sich sicher schon furchtbare Sorgen machen würden.

„Hilft ja nix, wir müssen weiter, irgendwo muss es doch Leute geben, die wissen, wie wir heimfinden!“ war das vernünftige Argument von Smilla. Also machten wir uns erneut auf den Weg…

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Wir kamen wieder in einen kleinen Wald, der Weg führte mitten hindurch. Murphy war’s ein wenig unheimlich, aber der wird ja oft jämmerlich, wenn er müde ist – er ist ja noch so jung. Ich behielt ihn also nahe bei mir und versuchte ihn abzulenken mit dem Spiel „Ich sehe was, was Du nicht siehst“. Die anderen spielten auch mit und plötzlich rief Murphy „… und das ist beige, flauschig und sieht aus wie ein kleiner Hund“. „Häh?“ echoten wir alle. „Na da, da vorne, auf dem Weg – seid ihr denn blind?“ Und tatsächlich – da vorne auf dem Weg schnüffelte in aller Seelenruhe ein Chihuahua herum. Er oder sie hatte uns noch gar nicht bemerkt und so räusperte sich Isi erst einmal, um ihn oder sie nicht zu erschrecken. „Huuuch, wer seid ihr denn, und was macht ihr hier? Ihr tut mir doch nix?“ wollte die Chihuahuadame (denn als solche erkannten wir sie jetzt) wissen. „Wir sind weit gewandert auf der Suche nach unserem Zuhause“ erklärte ich ihr. „Oh, ihr habt kein Zuhause, das ist schade. Hhhmmm… Ich kann ja fragen, ob meine Leinenhalterin euch helfen kann, eines zu finden!“ schlug sie vor. „Neeee, wir haben alle ein tolles Zuhause, das ist uns nur sozusagen abhandengekommen“ versuchte DJ ihr zu erklären, was los war. „Wie kann man denn sein zu Hause verlieren? Das ist doch immer am selben Ort?“ war sie ratlos. „Ach, nicht so wichtig. Du bist doch Blanche, oder bist Du Starlet? Wir kennen uns noch nicht so gut, aber ein bisschen, aus dem Blog“ wandte Isi ein. „Ach… Ihr seid das? Alle Bloggerkumpel auf einmal? Ooooh… ich geh‘ mal meine Leinenhalterin holen, die wird sich auch freuen!“ freute sie sich und sauste auch schon um die Ecke. Wir staunten nicht schlecht, sie war wie der Blitz verschwunden!

„Na, hoffentlich hat sie nicht doch Angst und kommt auch wirklich wieder“ grübelte Smilla. „Na, ich denke schon“ war Indi zuversichtlich. „Wir warten einfach, wer weiß, wo sie hinrennen muss“. Also machten wir uns auf dem Weg breit und klönten noch ein Weilchen, bis Starlet und Blanche tatsächlich mit ihrer Leinenhalterin angelaufen kamen. Na, DIE staunte auch nicht schlecht, so ein Pelzknäuel da auf dem Weg vorzufinden, hihi… Und wisst ihr was? Sie hatte einen gaaanz großen Korb mit Futter dabei! „Endlich mal eine Kurznase, die Prioritäten setzen kann“ freute sich Murphy und stürzte sich sofort auf den Korb. „Halt! Benimm dich“ bekam er aber gleich ein Veto von Isi. Schlussendlich bekamen wir so alle etwas ab, Isi sei Dank – das kleine Vielfraß hätte sich sonst den Wanst vollgeschlagen und uns nicht berücksichtigt, wetten?

Wir durften mit Starlet und Blanche noch eine Weile gemütlich quatschen, bis nach für nach dann unsere Leinenhalter eintrafen – allesamt überglücklich, uns zu sehen (wir haben uns auch sehr gefreut, ganz ehrlich). Nachdem die Menschen sich dann auch ausgiebig beschnüffelt hatten (ihr wisst ja, die machen das anders als wir, aber es ist im Endeffekt das Gleiche) beschlossen sie, dass wir uns mal alle ‚ganz regulär’treffen wollen. Wir gingen dann langsam auseinander, aber nicht ohne uns zu versprechen, uns recht bald wieder zu treffen. Schließlich steht da ja noch eine Party aus, oder?

ENDE

PS: Kennt ihr das Menschenlied von den 10 kleinen Negerlein? Mir kommt unser Abenteuer so ähnlich vor, nur dass wir 11 kleine /mittlere / große Langnasen waren…

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